Schwarze Frau in grünem Kleid sitzt an einem pinkfarbenen Tisch auf einem Hocker, der wie ein Hase aussieht. Der Hintergrund ist knallrot.
3. April 2025 von Pia Prilhofer

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Zeit für Detox – Körper und Geist Gutes tun

Die Wintermüdigkeit noch in den Knochen steht bereits die warme Jahreszeit vor der Tür. Für viele die perfekte Gelegenheit, etwas für Körper & Geist zu tun – Stichwort: Detox.

Frische Energie für die Zellen

„Unter Detox versteht die Medizin den Entgiftungsprozess, der dafür Sorge trägt, dass belastende Substanzen abgebaut und aus dem Körper ausgeschieden werden“, so Gynäkologe und Ernährungsmediziner Dr. Christian Matthai. Aber brauchen wir teure Nahrungsergänzungsmittel und Anwendungen dafür, oder will uns das die Gesundheits- und Wellnessindustrie nur einreden? „Im Grunde ist es weniger bedeutend, etwas zuzuführen, was die Entgiftung unterstützt, als die Dinge zu meiden, die unsere Gesundheit belasten“, erklärt Matthai und weiter: „Dazu gehören alle möglichen Schadstoffe wie Nikotin, andere Rauchinhaltsstoffe, Alkohol, Zucker oder auch Convenience-Produkte, die voller Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Aromen sein können. Darüber hinaus werden Antibiotika, Insektizide, Schwermetalle, Nano- und Mikroplastik in den Lebensmitteln ein immer größeres Thema. Hier gilt es demnach, vorsichtiger und achtsamer zu sein denn je.“

Brauchen wir Detox?

„Das größte Missverständnis sehe ich in dem Glauben, dass man viel Geld in die Hand nehmen muss, um sich effizient von Belastungen zu befreien“, stellt Matthai fest. Vor allem wenn man weiß, dass der Körper selbst die besten Entgiftungssysteme, in Form von Nieren, Leber, Darm, Lunge und Haut, besitzt. Und da kommt auch schon ein recht weit verbreiteter Mythos rund um das Thema Detox ins Spiel, denn: „Der liegt wahrscheinlich darin zu glauben, dass jede:r aktiv detoxen und sich ein- oder zweimal pro Jahr einer Kur unterziehen muss. Wer sich konstant an einen gesunden Lebensstil hält, benötigt keine Detox-Kur. Selbstverständlich spricht aber nichts gegen Fastenkuren oder den Verzicht“, so der Mediziner. Und auch gegen ein paar kleine Hilfsmittelchen wie Tees oder Bitterstoffe, die man mittlerweile oft vergeblich im Essen sucht, ist nichts einzuwenden.

Klarheit und Balance im Alltag

Wir sind ständig erreichbar, fast durchgehend online und bekommen die Krise, wenn das Internet nicht funktioniert. In einer vernetzten Welt wird unser Alltag zumeist von Smartphones, sozialen Netzwerken & Co bestimmt – und das, ohne dass es uns großartig auffällt. Wenn allerdings der Stress größer wird, der Schlaf ausbleibt und die Konzentration zu wünschen übrig lässt, rächt sich die digitale Reizüberflutung. Studien zeigen, dass exzessive Bildschirmzeit negative Auswirkungen auf die geistige Gesundheit hat. Permanente Benachrichtigungen und das endlose Scrollen durch Social Media können Stresshormone wie Cortisol erhöhen und die Fähigkeit zur Tiefenentspannung beeinträchtigen. Zudem kann zu viel Bildschirmzeit die Schlafqualität verschlechtern, da das blaue Licht von Displays die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt.

Bewusste Pausen

Das klingt nun alles andere als positiv. Genau aus diesem Grund sollte man hin und wieder eine Auszeit von der Technik nehmen. Wobei Digital Detox nicht bedeuten muss, komplett offline zu sein, schon kleine Veränderungen helfen. Feste Offline-Zeiten, z. B. nach dem Aufstehen oder vor dem Schlafengehen, einzuplanen ist eine effektive Methode, oder auch Push-Benachrichtigungen auszuschalten. Oder das Wochenende für eine bewusste Social-Media-Pause nutzen und stattdessen ein Buch oder eine Zeitung lesen, vielleicht das Instrument wieder einmal hervorholen oder Freundinnen und Freunde treffen. Auch das Schreiben eines Achtsamkeitstagebuchs kann hilfreich sein, denn dabei macht man bewusste Pausen vom Bildschirm und wird zur Selbstreflexion angeregt. Beim Schreiben ist man außerdem im Hier und Jetzt, ist also sehr konzentriert, was automatisch zur Stressreduktion führt. Allerdings sollte man, um einen tatsächlichen Erfolg zu sehen, eine gewisse Regelmäßigkeit einhalten.

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