Selektiver Fokus auf ein schönes, lächelndes Mädchen, das im Badezimmer Zahnseide benutzt.
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5. März 2026 von Daniela Jasch

Gesunde Zahnpflege


Rund um Zahnreinigung und Mundhygiene kursieren so manche Mythen. Wir zeigen, wie gesunde Zahnpflege geht, und erklären, warum Fluorid sehr wohl Karies vorbeugt, schlechte Zähne nicht unbedingt vererbt sind oder warum man Zahnseide auch vor dem Putzen verwenden kann.

Wie heißt es so schön: Gesund beginnt im Mund. Sind Zähne und Zahnfleisch gesund, dann verfügen wir in der Regel auch über ein gutes Allgemeinbefinden. Denn die Folgen von kranken Zähnen oder Zahnfleischerkrankungen können für den gesamten Organismus schädlich sein. Bleiben etwa Zahnfleischentzündungen oder Karies unbehandelt, können die Bakterien über winzige, beschädigte Blutgefäße in den gesamten Körper gelangen und Krankheiten auslösen bzw. Beschwerden verursachen. Entzündungen im Mundraum können das Immunsystem dauerhaft überlasten, womit sich auch das Risiko für Herz-Kreislauf- oder auch Atemwegserkrankungen erhöht.

Bock auf Bürste

Umso wichtiger ist es, Zähne und Zahnfleisch richtig zu reinigen und zu pflegen. Und das beginnt laut Expert:innen beim täglichen Putzen. Zahnmedizinerin Kristina Worseg empfiehlt dafür folgendes Werkzeug: „Ich rate zu elektrischen Bürsten und vergleiche das in puncto Gründlichkeit immer mit dem Staubsauger versus Besen. Wichtig ist jedenfalls, auf weiche Zahnbürsten zu achten. Zu harte Borsten schädigen auf Dauer den Zahn.“ Natürlich könne auch analog geputzt werden. Wichtig sei die Regel „Von Rot nach Weiß“ putzen, also vom Zahnfleisch zu den Zähnen, während die Bürste einen 45-Grad-Winkel zu den Zähnen einnimmt. „Es sollte mindestens zweimal täglich für drei Minuten geputzt werden. Essenreste sollten sofort nach den Mahlzeiten entfernt werden“, empfiehlt die Zahnärztin. Außerdem sollte auch die Zunge mit einem entsprechenden Schaber gereinigt werden, denn auf ihr tummeln sich ebenfalls eine Menge Bakterien. Mindestens einmal im Jahr sollte eine professionelle Mundhygiene durchgeführt werden, die vorwiegend der Entfernung von Zahnstein und Belägen dient. Außerdem wird bei der Mundhygiene der Zahnschmelz gestärkt und die Oberfläche der Zähne geglättet. Risikogruppen wie Raucher:innen sowie Diabetiker:innen oder auch Menschen mit Zahnspangen brauchen wahrscheinlich mehr als einen Termin pro Jahr. Worseg empfiehlt übrigens, dass auch schon Kinder regelmäßig zur Mundhygiene zu gehen: „Das dient der Vorbeugung und sie gewöhnen sich an die Vorsorge!“ Was man neben der richtigen Zahnpflege tun kann, um Karies vorzubeugen? „Wir sollten so wenig wie möglich Süßes naschen, und wenn, dann eher direkt nach der Hauptspeise und nicht als Snack zwischendurch. So ist die Mahlzeit in sich abgeschlossen und der PH-Wert kann sich wieder optimal entwickeln, um die Zähne zu schützen“, sagt Kristina Worseg. Plus: Finger weg von gezuckerten Softdrinks!

Schluss mit Mythen –
oder was du immer schon über Zahnseide, Fluorid & Co wissen wolltest

Keine Furcht vor Fluorid

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das in herkömmlichen Zahnpasten enthaltene Fluorid für den Organismus schädlich sei. Zahnärztin Kristina Worseg gibt Entwarnung: „Ich kann alle Fluorid-Gegner:innen beruhigen: Die Dosis macht das Gift. Für eine schädigende Wirkung müsste ich vier Packungen Zahncreme essen!“ Während sich die Bakterien von den Nahrungsresten im Mundraum ernähren, scheiden sie Säuren aus, die dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entziehen, ihn aufweichen und Löcher verursachen. Fluorid hemmt genau diese Säurebildung, stärkt den Zahnschmelz und beugt somit effektiv Karies vor.

Gut gespült ist halb gewonnen?

Viele Menschen schwören auf tägliche Mundspülungen. Expert:innen raten jedoch von täglichen Mundspülungen oder auch Mundduschen ab. Denn im Grunde sorgt unser Speichel für eine gesunde und PH-neutrale Mundflora. Lediglich bei schmerzempfindlichen Zahnhälsen oder Entzündungen kann eine antibakterielle Spülung sinnvoll sein. Bei schwer zugänglichen Stellen leisten Zahnzwischenraumbürsten gute Dienste.

Seidig und geschmeidig

Gewachst oder ungewachst – das ist zunächst die Frage, die sich bei der Benutzung von Zahnseide stellt. Expert:innen versichern, dass die Entscheidung vor allem davon abhängt, wie nah die Zähne beieinanderstehen. Bei sehr engen Zwischenräumen ist die Gewachste von Vorteil, weil sie einfacher zwischen die Zähne gleiten kann. Vielfach wird behauptet, dass Zahnseide ausschließlich nach dem Putzen verwendet werden soll, weil dann noch alle Speisereste, die beim Putzen davor nicht beseitigt wurden, entfernt werden können. Möglich ist laut Zahnmediziner:innen jedoch auch eine Anwendung vor dem Putzen. Das habe den Vorteil, dass beim anschließenden Putzen wiederum alle mit der Seide abgelösten Beläge sozusagen in einem Aufwaschen entfernt werden. Wer die Zahnseide erst nach dem Putzen anwendet, sollte den Mund nachher unbedingt gründlich mit Wasser ausspülen.

Schlechte Zähne – eine Frage der Gene?

Oft heißt es, dass man wenig für seine „schlechten Zähne“ kann. Unsere Gene können vieles beeinflussen: Fehlstellungen, die Form der Zähne oder die Zahnsubstanz. Zahnerkrankungen wie Karies sind jedoch nicht vererbbar. Insofern haben wir unsere Zahngesundheit ein Stück weit selbst in der Hand. Gute Vorbilder sind dabei jedenfalls gefragt: Kinder lernen von ihren Eltern und wenn die Großen ihre Zähne vernachlässigen, übernehmen auch die Kleinen diese schlechten Angewohnheiten.

Milchzähne pflegen – alles verschüttete Milch?

Vielfach wird behauptet, dass die Milchzähne nicht so gut gepflegt werden müssen, weil sie ja sowieso ausfallen. Falsch, sagen Zahnärzte und -ärztinnen! Die Pflege der ersten Zähnchen ist sogar besonders wichtig. Denn da der Zahnschmelz noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind die Milchzähne besonders anfällig für Karies. Und das schädigt nicht nur die Milchzähne, sondern beeinflusst auch die nachfolgenden Zähne.

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