Gesunde Ernährung. Teller mit veganen oder vegetarischen Gerichten. Gesunde, pflanzliche Ernährung.
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21. Januar 2026 von Daniela Jasch

Einmal basisch bitte!  


Was heißt eigentlich basisch essen? Was bewirkt die sogenannte Entsäuerung des Körpers? Wie geht richtiges Basenfasten und warum lässt der Prozess der Autophagie nicht nur die Kilos purzeln, sondern regt auch die Zellerneuerung an?

Sauer macht gar nicht lustig

Im Zusammenhang mit gesunder Ernährung ist oft die Rede von zu saurem Essen. Von Übersäuerung spricht man, wenn der pH-Wert des Körpers mangels basischer Ernährung zu niedrig ist. Überschüssige Säuren können durch eine einseitige und unausgewogene Ernährung entstehen und können im Körper eine Reihe von Problemen auslösen. Verdauungsbeschwerden zum Beispiel. Antriebslosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit oder auch eine erhöhte Entzündungsbereitschaft. Nimmt der Körper über einen längeren Zeitraum hinweg zu wenig Basen über die Nahrung auf, holt er sie sich von woanders. Zum Beispiel Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium, die dann aus den Knochen und Muskeln generiert werden. Dadurch kann es langfristig gesehen zu einem Mineralstoffmangel und auch dadurch indizierten Erkrankungen kommen.

Besser Esser (werden) dank Basen

Damit es so weit erst gar nicht kommt, sollten die sogenannten Basen ins Rennen geschickt werden. Unter einer basischen Ernährung versteht man eine Ernährungsform, die ursprünglich aus der Alternativmedizin stammt. Gemeint sind Lebensmittel, die bei ihrer Verwertung Basen bilden und damit auch den pH-Wert in unserem Stoffwechsel erhöhen. Ob und wie der Einfluss verschiedener Lebensmittel im Detail aussieht, ist nach wie vor Gegenstand der Forschung. Der pH-Wert kann laut aktuellen Studien zwar nicht dauerhaft beeinflusst werden, aber der Stoffwechsel und zum Beispiel unsere Nieren können durch basische Lebensmittel tatsächlich entlastet werden. Eine Basenkur, also eine Ernährung mit Fokus auf Lebensmitteln, bei deren Verdauung im Körper mehr Basen als Säuren gebildet werden, kann also durchaus gesundheitsfördernd sein und dem Körper dabei helfen, zu entgiften und zu entschlacken.

Fit durch Basenfasten

In der Regel werden während einer Basenkur drei Mahlzeiten am Tag eingenommen, die ausschließlich aus basischen Lebensmitteln bestehen. Für alle Anfänger:innen gilt die Faustregel: Kommt möglichst viel Pflanzliches auf den Teller, ist man auf der sicheren, oder besser gesagt: auf der basischen Seite. Zu den sogenannten Basenbildnern zählen demnach vorwiegend Obst und Gemüse, ebenso Sprossen, Samen, Nüsse, Pilze und Kräuter. Tierische Proteine in Form von Fleisch und Wurst, Milch und Milchprodukte sollten hingegen weggelassen werden. Auch Genussmittel wie Alkohol und Kaffee sollten im Rahmen einer Basenkur stark reduziert werden. Gezieltes Basenfasten ist zeitlich begrenzt und dauert mindestens eine Woche. Wem das zu viel des Guten ist, kann sich schon mit einem Basen-Wochenende einen wahren Fitness-Booster verschaffen – mit drei Tagen basischer Ernährung samt moderater Bewegung. Selbst ein einziger Basentag pro Woche steigert erwiesenermaßen das Wohlbefinden.

Anti-Age-Kur Autophagie

Warum unser Körper eigentlich generell beim Fasten so gut regeneriert? Ob beim Basenfasten oder bei speziellen Heilfastenkuren: Verzichten wir auf Säurebildner bzw. überhaupt über einen bestimmten Zeitraum hinweg auf die Nahrungsaufnahme (beim Intervallfasten etwa ab einer Nahrungskarenz von 16 Stunden), setzt ein körpereigenes Zellreinigungsprogramm ein: die Autophagie. Darunter versteht man eine Art Recyclingprozess, bei dem sich die Zellen reinigen bzw. von innen heraus erneuern, indem sie schlechte Bestandteile wie Ablagerungen oder fehlerhafte Proteine verwerten. Eine Fastenkur bzw. mehr Bewusstsein für basische Lebensmittel kann jedenfalls eine gute Gelegenheit sein, um sich von schlechten Ernährungsgewohnheiten im Allgemeinen zu verabschieden. Neben mehr Antrieb und Energie führt vermehrtes basisches Essen im Übrigen auch dazu, dass die Kilos purzeln. Die Ernährungswissenschaft empfiehlt für den Alltag: Unsere Nahrung sollte zu zwei Dritteln aus basischen und zu einem Drittel aus saueren Lebensmitteln bestehen. Leider ist es oftmals genau umgekehrt. Wer insgesamt auf eine gute pflanzliche Basis in der Ernährung achtet und beim Konsum tierischer Produkte darauf achtet, dass es ausreichend pflanzliche Begleiter gibt, kann den Säurebildnern sozusagen ein Schnippchen schlagen und gezielt ausgleichend entgegensteuern.

Eine Köchin mit Schürze die mit Kräutern hantiert.
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In der Würze liegt die Kraft

Viele Kräuter und Gewürze wie Giersch, Petersilie oder Liebstöckel unterstützen und sind nicht nur willkommene Ballaststoffe für unsere Verdauung. Sie sind auch basisch. Während einer Basenkur ist Natursalz zwar erlaubt. Wer mag, kann aber Salz auch komplett durch geschmacksintensive Kräuter und Gewürze ersetzen. Wer basisch isst, sollte freilich auch basisch trinken. Während des Basenfastens, aber auch generell im Alltag sind Wasser und ungesüßte Kräutertees die besten Durstlöscher. Finger weg von zucker- bzw. kohlesäurehaltigen Getränken! Übrigens sind Buttermilch und Molke im Gegensatz zu den meisten Milchprodukten immerhin schwach basisch und daher durchaus eine empfehlenswerte basische Getränke-Variante. Basisch völlig neutral unter den Getränken ist Kefir.

Bitte mehr Basenbildner:

Vorsicht, Säurebildner:

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